Nachwuchs für das Emsland

Das Profil eines Landkreises schärfen

Was macht einen Landkreis erfolgreich? Unternehmen, die zu Marktführern werden, und die Menschen, die hinter ihnen stecken. Martina Kruse arbeitet daran, ihnen die besten Voraussetzungen dafür zu schaffen, zum Beispiel mit der erfolgreichen Standortkampagne „Zuhause bei den Machern“.

Bei Martina Kruse laufen viele Fäden zusammen. Die Leiterin der Wirtschaftsförderung beim Landkreis Emsland betreut mit ihrem Team die 14.000 emsländischen Unternehmen und geht für sie beispielsweise bundes-, landes- und europaweit auf Fördermittelrecherche. Sie berät, vernetzt, initiiert und moderiert, um die emsländische Wirtschaft zu fördern, wo immer es geht. Bei vielen Unternehmen sind die Auftragsbücher so voll, dass sie dringend Nachwuchskräfte benötigen.

Ein Baustein, um neue Köpfe ins Emsland zu holen, ist die überregionale Standortkampagne „Zuhause bei den Machern“, die auf Initiative des Landkreises und mit dem Wirtschaftsverband Emsland seit Mai 2017 erfolgreich umgesetzt wird. Die Arbeit daran begann Monate im Voraus mit Workshops und Studien, in denen man Stärken wie Standortvorteile und die Mentalität der Emsländer untersuchte und auf den Punkt brachte. Herausgekommen ist der Slogan „Zuhause bei den Machern“, hinter dem zwei zentrale Stärken des Emslandes stecken: die Machermentalität der Emsländer und ihre Bodenständigkeit.

Neue Sichtweisen

Die Kampagne zielt darauf, dass das Emsland positiv wahrgenommen wird – von außen, um Fachkräfte auf den Landkreis aufmerksam zu machen, aber auch von den Emsländern selbst.  „Die emsländische Bevölkerung macht eigentlich nicht viel Aufhebens um das, was sie macht. Wenn es Probleme gibt, versucht man einfach, eine bessere Lösung zu finden“, sagt Kruse, „wenn es geklappt hat, geht’s weiter.“  Vielen ist dabei nicht bewusst, dass hier Weltunternehmen und Marktführer sitzen. Der Slogan „Zuhause bei den Machern“ trägt dazu bei, die Selbstwahrnehmung zu verändern, sodass mehr Emsländer mit Stolz nach außen sagen, dies ist ihre Heimat.

Eine gute Webseite aufbauen

Kern der Kampagne ist die Webseite www.emsland.info, auf der fast jede Woche eine neue Story über das Leben und Arbeiten im Emsland erscheint. „Dort wurden viele Informationen gebündelt, rund um Themen wie Karriere im Emsland und Arbeiten mit Kind, aber auch um Sport, Ausgehen und Einkaufen. Über eine Suchmaske werden die Jobangebote der Ems-Achse kostenlos ausgegeben“, erklärt Kruse. „Die Rubriken liefern die Fakten, die Storys geben dem Ganzen ein Gesicht und schildern persönliche Erfahrungen.“ Genau diese Geschichten werden auch über Social Media verbreitet und treffen auf große Beliebtheit. Allein dem Facebook-Kanal „Emsland“ folgen über 22.000 User, die die Storys weiter streuen. „Das Emsland ist eine Vorzeigeregion. Die Menschen packen gemeinsam an und finden neue, kreative Antworten auf ihre Herausforderungen – diese Standortoffensive ist eine dieser Antworten“, erklärt auch Landrat Reinhard Winter mit Blick auf die erste Bilanz nach einem halben Jahr.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Auf der einen Seite stehen die Emsländer hinter den Begriffen Macher und Zuhause und Unternehmen nutzen die Botschaft im Rahmen ihres Personalmarketings.  Auf der anderen Seite wird die „Macherbotschaft“ auch aufgegriffen, wenn das Emsland bundesweit in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rückt, wie Beiträge im Deutschlandfunk, ZDF, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und vielen weiteren Medien zeigen. „Das sind erste Erfolge, aber genauso gezielt und pragmatisch werden wir die Kampagne fortführen, ganz nach dem Motto ‚Zuhause bei den Machern‘“, weiß Kruse.

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