Rucksäcke leichter machen

Im Sprachheilkindergarten des Christophorus-Werkes Lingen e. V. die ersten Schritte unterstützen

Knapp zwei Jahre verbrachte Angela Suilmann nach ihrer Ausbildung in Osnabrück. Dann kehrte sie zurück ins Emsland, wenn auch nicht ganz freiwillig, und lebt seit mehr als 25 Jahren in Haselünne  – zum Glück. Sie schafft Perspektiven für Kinder.

„Wir haben im Christophorus-Werk eine außergewöhnliche Chance, Kinder und Eltern zu begleiten. Einige von ihnen kommen mit einem wirklich schweren Rucksack zu uns und wenn es uns gelingt, diesen ein Stück weit auszupacken, sind wir schon ein bisschen stolz.“ Angela Suilmann hat Spaß an ihrem Beruf, das ist nicht zu übersehen.

Gebürtig stammt sie aus Klein Berßen und besuchte nach ihrem Realschulabschluss die Marienhausschule in Meppen. Zum Start ihrer Ausbildung als Erzieherin absolvierte sie hier zunächst ein Hauswirtschaftsjahr. „Das war noch Pflicht“, erinnert sich die Emsländerin. Nach drei Jahren in der Kreisstadt stellte sich die Frage nach der Jobwahl und so verschlug es sie nach Osnabrück ins Karl-Luhmann-Heim für gehörlose Menschen mit Mehrfachbehinderung.

Bunte Vielfalt

Ins Emsland kehrte sie zurück, als „dem Hören-Sagen nach“, eine Stelle im Sprachheilkindergarten des Christophorus-Werkes frei wurde. Der Sprachheilkindergarten gehört heute zur Kindertagesstätte Regenbogen des Vereins. Auch wenn ein Umzug ins Emsland damals nicht ihre erste Wahl war, übernahm sie die neue Gruppe der Einrichtung an der Hohenfeldstraße. „Ich habe in meiner Zeit schon einige Standortwechsel miterlebt. Zunächst ging es in die Burgstraße, anschließend zum heutigen Hauptsitz der KiTa Am Schallenbach und seit März 2016 bin ich in Spelle tätig“, berichtet Suilmann.

Das Christophorus-Werk Lingen e. V. ist ein Sozialunternehmen und Kompetenzzentrum für die Bereiche Behindertenhilfe, Berufliche Rehabilitation, Kinder- und Jugendhilfe. Die Angebote richten sich an Menschen mit Unterstützungsbedarf in allen Altersklassen. Vom Kindergarten über die Ausbildung bis hin zu selbstständigem Wohnen und Freizeitgestaltung ermöglichen rund 850 Mitarbeitende individuelle Leistungen in jeder Lebenslage.

Warum Suilmann entgegen ihres ursprünglichen Plans dann doch in der Region blieb, kann sie gerade vor diesem Hintergrund erklären: „Mir gefällt, dass wir im Sprachheilkindergarten mit Kollegen verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten, zum Beispiel mit Logopäden und Ergotherapeuten. Wir kämpfen für ein gemeinsames Ziel, nämlich einen Grundstein für die Zukunft der Kinder zu legen. Das Christophorus-Werk bietet uns außerdem eine tolle Ausstattung und stellt direkte Ansprechpartner; es findet sich alles unter einem Dach und in greifbarer Nähe.“

Miteinander statt nebeneinander

Die Erzieherin, die berufsbegleitend auch noch die zweieinhalbjährige Ausbildung zur Heilpädagogin abschloss, sieht auch die starken Seiten der Region: „Es gibt hier praktisch alles, gute Einkaufsmöglichkeiten, breite kulturelle Bildung und spannende Freizeitangebote. Dennoch empfinde ich das Emsland als kompakt: Die Menschen leben hier nicht aufeinander, aber auch nicht auseinander. Es ist vielmehr ein Miteinander.“

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